Salutogenese – die Lehre vom „Gesund sein“

Salutogenese – Die Lehre vom „Gesund sein“

Pathologie kennen wir alle. Es ist die Beschreibung und Diagnose von Krankheiten, Krankheitserregern und deren Wirkung in unserem Körper. Unser gesamtes „Gesundheitssystem“ ist auf die Pathogenese (patho=Leid, genesis=Ursprung, Entstehung) ausgerichtet. Da muss man sich nicht mehr fragen, warum wir mit diesem Blick auf das „Krank sein“ nicht gesund werden können. Ein Mensch ist aber nie ganz krank oder ganz gesund. Das heißt, selbst wenn wir von einer bestimmten Krankheit „befallen“ sind, sind wir ja nicht komplett invalide. Teile unseres Körpers sind immer noch funktionsfähig, also gesund. Die Salutogenese, also die Lehre über den Ursprung von Gesundheit, nach Aaron Antonovsky beschäftigt sich statt dessen mit dem, was den Menschen gesund sein lässt und erhält, auch wenn er widrigen Umständen ausgesetzt ist/war.

 

Aaron Antonovsky und die Entwicklung des Konzepts

der Salutogenese

Grundlage für die Studien von Aaron Antonovsky war der Umstand, dass er Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts feststellte, dass Frauen trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse in Konzentrationslagern gesünder waren, als Frauen die dieses Schicksal nicht zu erdulden hatten. Er war sehr verblüfft vom dem Ergebnis, nahm er doch an, dass es gerade umgekehrt sein müsste. Also stellte er Nachforschungen an. Er befragte die Frauen wie sie sich das erklären konnten und wie sie überhaupt unter solchen Bedingungen gesund bleiben konnten etc. Nach Abschluss der Nachforschungen stellte sich heraus, dass die Gruppe der Frauen aus dem Konzentrationslager nach einer bestimmten Lebenseinstellung lebten:

  • alle empfanden ihre Situation als verstehbar – sie wussten warum sie im dort waren

  • alle empfanden ihre Situation als handhabbar – sie konnten sich an die Situation anpassen

  • alle empfanden ihre Situation als sinnhaft – sie konnten einen höheren Sinn in ihrer Situation erkennen

Aaron Antonowski entwickelte daraus den Begriff des Kohärenzgefühls (engl. Sence of coherence SOC)

 

Stress

Quelle: pixabay

Die Bedeutung von Stressoren für unsere Gesundheit

Außerdem definierte er den Begriff von Stressoren. Danach ist es unerheblich ob sich bei Stress um negative oder positive Erlebnisse handelt, weil beide Erlebnisse die gleichen Parameter im Körper erzeugen und in übertriebenen Maß auch “positiver Stress“, negative Wirkungen im Körper entstehen lassen kann. Nach seiner Meinung ist es also unablässig eine Ausgeglichenheit zwischen positivem und negativem Stress herzustellen.

 

Die Bedeutung von Ressourcen für unsere Gesundheit

Als gesundheitsfördernd stellte Antonovsky weiter fest: wenn der Mensch über bestimmte Ressourcen verfügt, wie gute genetische Veranlagung, Herkunft, materielle Absicherung, soziales Netzwerk etc. fühlt er sich besser unterstützt und hat daher ein positiveres Kohärenzgefühl, d. h. er wird mit einer Erkrankung besser umgehen können, als jemand dem keine oder nur wenige Recourcen zur Verfügung stehen. Richten wir also bei einer Erkrankung das Augenmerk auf unsere Recourcen. Dies ist besonders bei chronischen Erkrankungen wichtig – also: Was ist trotz Erkrankung möglich? Wie kann man trotz Erkrankung am Leben teilnehmen? Was macht Spaß? Wie kann uns unsere Familie oder Freunde unterstützen?   Über das Thema Salutogenese gibt es sehr viel spannende Literatur sowie verschiedene Seminare, z. B. über das „Zentrum für Salutogenese“. Zentrum für Salutogenese

 

Quelle: Pixabay

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