Zentrierung in schwierigen Zeiten – wie geht das?

Zentrierung in schwierigen Zeiten – wie geht das?

Zur Zeit erleben wir alle herausfordernde Situationen, denen wir uns teilweise nur schwer entziehen können und eine Zentrierung in uns erschwert. Die Welt ist im Umbruch und wir sind mitten drin. Da das Außen auch etwas mit unserem Innern zu tun hat (geistiges Gesetz), erleben viele von uns gerade ihren ganz persönlichen Umbruch.

Sicher geglaubte Jobs und Beziehungen jeglicher Art stehen gerade auf dem Prüfstand. Wohnortwechsel stehen an, Menschen verlassen auf die eine oder andere Art unser Leben. Wie soll man das noch verkraften können?

Plötzlich zieht uns da jemand ohne Vorwarnung den Boden unter den Füßen weg und ein Gefühl von „freiem Fall“ ohne Netz und doppeltem Boden kann uns erfassen.

Dies kann sich sowohl psychisch als auch physisch bemerkbar machen. Nicht selten neigen wir bei solch umfassenden Veränderungen zu Niedergeschlagenheit, Schlaflosigkeit, nervöser Unruhe aber auch zu depressiven Phasen, die kürzer oder länger andauern können – je nachdem wie wir uns auf die neue Situation einstellen können.

Auf der physischen Ebene zeigen sich Muskelverspannungen jeglicher Art, Beschwerden in den Knochen, hauptsächlich die Wirbelsäule macht uns zu schaffen – wir haben „Rücken“. Auch der Magen zeigt uns ganz deutlich, dass uns etwas bitter aufstößt und das „Verkopfte“ herangehen an die Situation macht uns „Kopf zerbrechen“ in Form von Migräne. Hier könnte man die Liste der körperlichen Stresssymptome noch um Einiges erweitern – was sich jeder denken kann.

Der Parasympathikus, Teil unseres Nervensystems, läuft auf Hochtouren und unser Körper wird ständig von Stresshormonen geflutet, die selten durch „Flucht oder Kampf“ abgebaut werden können, was zu weiteren Beschwerden führen kann.

Da wir vor der Veränderung nicht wegrennen können, gibt es nur eine Möglichkeit mit der Situation umzugehen:

 

Wir müssen die Veränderung akzeptieren und aktiv nach neuen Wegen suchen, die jetzt besser zu uns passen

 

  • Da alles zu seiner Zeit passiert, kann es für machen Zeitgenossen (und da zähle ich ab und zu auch dazu 🙂 ) gefühlt zu langsam ablaufen. Diese Sichtweise, alles muss sofort anders sein, führt dann auch wiederum zu Stress, der sich durch geduldige Einsicht vermeiden lässt. Hier können Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Meditation etc. wahre Wunder wirken, wenn sie regelmäßig – und das ist wichtig – angewendet werden.

 

Uhr

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  • Die aufkommenden Gefühle wie Ärger, Wut und Trauer über die Lebenssituation, sollten unbedingt angesehen und angenommen werden. Es nutzt nichts alles herunter zu schlucken was da hoch kommen will. Unsere Gefühle werden uns einholen, bis wir uns ihnen mutig stellen und sie akzeptieren. Auch dieser Prozess dauert seine Zeit und niemand hat das Recht zu sagen wie lange eine Trauer dauern darf. Es sind individuelle Prozesse und sollten nicht pathologisiert werden.

 

Dampf ablassen

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  • Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Leben im „Hier und Jetzt“… Jedes „verhaftet sein“ in vergangenen „guten Zeiten“ oder den Blick nur noch in die Zukunft zu richten, weil man der schweren Gegenwart gerade entrinnen möchte, führt letztlich zu einem Stillstand. Denn nur in der Gegenwart können wir Dinge verändern. Hier tut auch ein Waldspaziergang gut, oder ein bewusstes Tun – eine Art „Arbeitsmeditation“ – bringt uns in den Augenblick und erdet uns.

 

Chakra

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  • Sich selbst etwas „Gutes zu tun“ in schwierigen Zeiten hat nichts mit Egoismus zu tun. Es muss auch nicht immer etwas Gekauftes sein, auch ein wohltuendes, entspannendes, mit Aromaölen versetztes warmes Bad, fördert das Wohlempfinden.

 

Geschenk

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  • Den Lebensweg reflektieren, sich bewusst machen was man schon alles geschafft hat, dass man es letztendlich immer „irgendwie“ geschafft hat, lässt eine innere Zuversicht wachsen, die wir benötigen um die anstehenden Schritte zu gehen.

 

Lebensweg

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  • Sich mit Menschen umgeben die einen „tragen“, d. h. unterstützend auf unseren Veränderungsprozess wirken, uns auch einmal auffangen können, wenn es uns schlecht geht, die nicht gleich mit erhobenen Zeigefinder das stehen mit Kommentaren wie: „Hab ich es dir nicht gleich gesagt….“, sind ebenso wichtig.

 

Freundschaft

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  • Viele Menschen haben in Veränderungsphasen auch das Phänomen des „Gedankenkarussells“ . Immer wieder schleicht sich die Situation in unser Bewusstsein und in Gedanken gehen wir durch, wie wir es vielleicht hätten verändern können, was wir hätten sagen können, was wir hätten tun können…. hätte, hätte, Perlenkette – wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär…. Auch dies führt zu nichts – außer uns in die Tiefe zu ziehen, uns minderwertig zu fühlen uns zu Opfern zu machen. Hier hilft ein einfaches, lautes: „STOPP“ – ich habe in dieser Situation bestmöglichst gehandelt!“, um das Karussell zum Stillstand zu bringen und den Sog nach unten zu unterbrechen.

Karusell

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Letztendlich ist jeder Veränderungsprozess eine individuelle Situation, die eine individuelle Herangehensweise erfordert, sodass die hier erwähnten Hilfestellungen nur Möglichkeiten sind, die jeder für sich in seiner Wirksamkeit hin prüfen muss.

 

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